Kleiner Samariter hindert Tierarzt Geld verdienen

Der Kleine Samariter und das Geld

Eigentlich mag der Kleine Samariter Geld nicht. Wenn es nach ihm ginge, würde er in einer Welt ohne Geld leben. Damit lehnt er auch Menschen und Unternehmen ab, die strikt betriebswirtschaftlich handeln und gerne Geld verdienen. Deshalb versteht er nicht, dass ein  Tierarzt Geld verdienen sollte.

Muss der Tierarzt Geld verdienen?

In unsere Welt, die auf Geld aufbaut, kommt der Kleine Samariter oft in einen inneren Konflikt. Um selbstlos zu helfen, braucht auch er Geld. Der Kleine Samariter, der bei uns Tierärzten auf der Schulter sitzt, benötigt Geld für viele Dinge: Fortbildungen, Geräte, Personal und Erholung für den Tierarzt. Auf der anderen Seite möchte er den Tierbesitzern selbstlos helfen. Deshalb tut er sich sehr schwer damit, dass sein Tierarzt Geld verdienen muss.

Auswirkung auf Tierärzte

So haben die vielen Kleinen Samariter, die bei uns in Deutschland jeweils auf der Schulter von ihrem Tierarzt sitzen, auch Auswirkungen auf die gesamte Branche: Es ist zu wenig Geld für eine angemessen Bezahlung für angestellte Tierärzte und auch für viele Praxisinhaber im Topf. Weshalb die Versorgungswerke schon vor Altersarmut beim Tierarzt warnen. Darüber hinaus führt das beim Einzelnen sogar zu Existenzangst. Der Kleine Samariter sieht nicht ein, dass sein Tierarzt Geld verdienen will. Dagegen entscheiden sich jüngere Tierärzte pragmatisch und wechseln den Beruf. Dadurch kommt es zusätzlich zu einem Mangel an qualifiziertem Nachwuchs.

Lösung

Die Lösung für diese Problematik benötigt die Initiative von uns allen. Dazu ist der erste Schritt eine ehrliche Antwort auf die folgenden Fragen: Habe ich einen Kleinen Samariter auf der Schulter sitzen? Wenn dem so ist: Beeinflusst er mein Verhältnis zum Geld? So ist die Identifikation des eigenen Kleinen Samariters ist ein großer Schritt, damit jeder Tierarzt Geld verdienen kann.

Ein Betriebswirt würde dem betroffenen Tierarzt jetzt raten: „Schaffen Sie ihn ab und setzen Sie sich lieber einen geizigen Buchalter auf die Schulter!“ Ich als Tierärztin mit meinem eigenen Kleinen Samariter rate Ihnen: „Behandeln Sie Ihren Kleinen Samariter gut und überzeugen ihn mit seinen eigenen Argumenten, dass ein Tierarzt Geld verdienen muss.“

Fazit

Wir können den Tieren langfristig nur helfen, wenn wir genug finanzielle Mittel haben. Qualitativ hochwertig Tiermedizin braucht ein ausgeruhtes Praxisteam, das keine Existenzsangst hat und sich in ausreichend Freizeit von einem anstrengenden Beruf erholen kann.

4 Comments
  • Maria Hutter
    Posted at 19:25h, 21 August Antworten

    Super, Anne! So true.

  • Ursula Simma
    Posted at 20:17h, 21 August Antworten

    Wenn der kleine Samariter dann noch Gesellschaft bekommt. Vom großen Selbstzweifel oder dem Selbstwertzweg….
    Ich hab auch Job gewechselt.

    • drbecher
      Posted at 12:29h, 22 August Antworten

      Wobei für mich der Kleiner Samariter da auch beteiligt ist: Er sitzt auf der Schulter und flüßtert uns ins Ohr „Ach, Du hast doch bloß mal kurz drübergeschaut…. war ja nichts (wert)“ So bewerten wir unsere Arbeit zu niedrig. Schon für das „kurz mal Drüberschauen“ entstehen Kosten: > 200.000 € alleien für das Studium, Kosten für privat gezahlte und in der Freizeit absolvierte Fortbildungen, Kosten für Nachlesen von schwierigen Fällen in der Freizeit…. von den „ehrenamtlichen“ Überstunden, in denen viele Tierärzte ihre Erfahrung mit Notfällen sammeln, mal zu schweigen.

  • Steffi Grath
    Posted at 04:09h, 23 August Antworten

    Schön und „nett“ geschrieben- ist aber leider auf der schwäbischen Alb nicht nur der Kleine Samariter unterwegs, sondern auch der Karierte Schotte und der sitzt nicht auf meiner Schulter. Die Kombination beider führt mancherorts dann zum Kleinkarierten schottischem Samariter,

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